Aktueller Sachstand zum Thema B64n:

13.08.2020

- Linienführung in Clarholz
- Lärmschutz

Kurze Erläuterung zum Bild.
Der schwarze Strich ist die Variante, welche nun zusätzlich geprüft wird.

Pressemitteilung der Gemeinde:

Nach Gespräch mit Bürgermeister Diethelm
Straßen.NRW prüft erneut Trassenführung der B 64n in Clarholz

Seit über 20 Jahren wird in Herzebrock-Clarholz bereits über die B 64n diskutiert. Durch die Verankerung der Baumaßnahme im Bundesverkehrswegeplan ist die Umsetzung der Planung zu Bundesrecht geworden und wird durch das Land NRW umgesetzt. Das bedeutet, dass die Straße durch die Gemeinde Herzebrock-Clarholz nicht direkt verhindert werden kann.

Im Rahmen seines politischen Auftrages durch den Rat der Gemeinde Herzebrock-Clarholz hat Bürgermeister Marco Diethelm in einem Gespräch zwischen dem zuständigen Ministerium für Verkehr des Landes Nordrhein-Westfalen, der Gemeinde Herzebrock-Clarholz und dem Landesbetrieb Straßenbau Nordrhein-Westfalen (Straßen.NRW) Vorschläge unterbreitet, um die Trassenführung für die betroffenen Bürgerinnen und Bürger der Gemeinde besser zu gestalten. Zu den Vorschlägen hat Straßen.NRW jetzt schriftlich Stellung genommen.

Der Bitte, die Auffahrt zur B 64n im Bereich Clarholz mittels einer Unterführung der Bahnstrecke zu realisieren, kommt das Verkehrsministerium nicht nach. Da die Auffahrt im Überschwemmungsgebiet des Axtbachs liegt, wäre ein Bauwerk von 800 Metern Länge notwendig. Dies sei unwirtschaftlich und könne nicht mit vertretbarem Aufwand realisiert werden, erläutert Straßen.NRW. Zusätzlich würde durch die Maßnahme die Entwässerungssituation des Überschwemmungsgebiets nachteilig beeinflusst.

Bürgermeister Diethelms Vorschlag, die Überführung der alten B 64 bereits weiter westlich zu beginnen, diese parallel zur alten Trasse zu führen, um am Ortsrand von Clarholz eine ebenerdige Trasse zu erreichen, ist aus technischen Gründen abgelehnt worden. Im Gegenzug wurde zugesichert, eine bereits verworfene alternative Streckenführung erneut zu prüfen. Bei dieser Variante rückt die Überführung der alten Trasse um mehr als 200 Meter von der Wohnbebauung ab und trifft weiter südlich auf die bisher geplante Streckenführung. Im Rahmen einer Umweltverträglichkeitsuntersuchung wird die potentielle neue Trassenführung geprüft.

Positive Signale gibt es hinsichtlich des Lärmschutzes. Im Bereich des Pöppelkamps wird eine Wallanlage seitens des Verkehrsministeriums eingeplant, um einen effektiven Lärmschutz für die Anwohnerinnen und Anwohner gewährleisten zu können. Im Bereich der Clarholzer Auffahrt besteht die Möglichkeit, klassische Lärmschutzwände aufzustellen. Da sich die Trasse der B 64n dort bereits in einer erhöhten Dammlage befindet, kann nicht mit einem Wall gearbeitet werden.
Straßen.NRW weist darauf hin, dass die Errichtung von Lärmschutzanlagen rechtlich nicht erforderlich ist, da die Abstände zur Wohnbebauung groß genug sind. Der Lärmschutz müsse in diesem Fall von der Gemeinde bezahlt werden, so Straßen.NRW. Diethelm wird sich diesbezüglich erneut an das Ministerium wenden und auf eine Kostenübernahme durch den Straßenträger pochen. „Die Gemeinde wird das Geld für den Lärmschutz aber in die Hand nehmen, sollte das Land nicht bereit sein zu zahlen“, betont der Bürgermeister. „Wichtig ist, dass die Lärmschutzmaßnahmen bereits bei der Planung der Straße berücksichtigt werden.“

Befürchtungen aus der Bevölkerung, dass eine Elektrifizierung der Bahnstrecke die Trasse der B 64n zusätzlich erhöhen würde, wurde widersprochen. Die Deutsche Bahn habe diesbezüglich keine Pläne.